Der Nachfolgende Artikel erschien im Der deutsche Strassenverkehr Heft 6/1960.

Vielen Dank an Andreas Suchi, der diesen Artikel für www.iwlroller.de heraussuchte, bearbeitete und zur Verfügung stellte.


aus: Der deutsche Strassenverkehr Heft 6/1960

INDUSTRIEWERK LUDWIGSFELDE ANTWORTETE SO

Im Heft 3/1960 veröffentlichten wir einen Erfahrungsbericht über den Motorroller "Berlin", wobei verschiedene Details des Rollers kritisiert wurden. Wir freuten uns über die sehr ausführliche und exakte Stellung-nahme des VEB Industriewerke Ludwigsfelde, die wir Ihnen nicht vor-enthalten wollen. D. Red.

Verwendung eines Stoßdämpfers in der Vordergabel: Von uns werden Versuche durchgeführt, um eine hydraulische Dämpfung vorzusehen. Jedoch stoßen wir dabei auf Schwierigkeiten insofern, da der Hinterrad-stoßdämpfer des "Berlin" im Hub zu kurz ist und z. Z. keine geeignete andere Type produziert wird. Aus diesem Grunde soll versucht werden, vorerst eine Dämpfung durch eine konstruktiv geänderte Gleitbuchse zu erreichen, daß diese Reibungsdämpfung in der Charakteristik der einer hydraulischen Dämpfung sehr nahe kommt. Für die Perspektiventwicklung soll die Verwendung der ES-Federbeine vorgesehen werden, da dieses Federbein dann für alle Zweiradfahrzeuge als Standard Geltung hat.

Scheinwerfereinstellung: Da für den Motorroller "Pitty", "Wiesel" und "Berlin" der Scheinwerfereinsatz der RT verwendet wird und eine Ver-stellung des Einsatzes nicht möglich ist, wurde eine Korrekturmöglichkeit in der Blende des Rollers mit je drei Schrauben vorgesehen. Trotz einer Vergrößerung des F ederweges beim "Berlin" wurde bei den Versuchs-fahrzeugen festgestellt, daß eine Veränderung der Befestigung des Scheinwerfereinsatzes nicht notwendig war. Jedoch stellte sich nach Serien-beginn heraus, daß auf Grund der auftretenden Toleranzen der Blech-ziehteile eine 100prozentige Einstellung nicht immer möglich war. Daher wurde ein neuer Stellring verwendet, der eine vollkommen einwandfreie Einstellung des Scheinwerf ers garantiert. Die Vertragswerkstätten ändern bei den alten Teilen den Stellring ab, so daß eine richtige Einstellung möglich ist. Trotzdem wird eine zusätzliche Anzahl Stellringe zum Aus- wechseln bei ganz extremer Scheinwerfereinstellung angefertigt.

Platzen der Nieten bei den Felgen: Hierzu ist festzustellen, daß in Kürze eine neue Verbindungsart angewandt wird und zwar Alu-Schweißung der beiden Felgenhälften. Diese haben sich im Fahrversuch über 32 000 km sehr gut bewährt. Das Fahrzeugzubehörwerk G e r a (Hersteller der Felgen) trifft alle Vorbereitungen für den Serienbeginn.

Ferntupfer: Der Ferntupfer hat sich im allgemeinen nicht so gut bewährt. Aus diesem Grunde wird ab Fortschrittszahl 9250 59 der normale Tupfer verwendet.

Kabel für die Bremsschlußleuchte: Das Kabel wird in einer ganz be-stimmten Lage verlegt. Wenn es durchgescheuert ist, so liegt hier ein Ausnahmefall von schlechter Verlegung vor.

Brechen der Tachowelle: Nach nochmaliger Überprüfung haben wir fest-gestellt, daß die Gesamtlänge um etwa 40 mm reduziert werden muß und dadurch ein Durchhängen (scharfer Knick) vermieden wird.

Verchromen der Auspuffanlage: Wird auf Grund von eingeleiteten Sondermaßnahmen ab 1. Januar 1960 serienmäßig durchgeführt.

Anbringen eines Handschuhkastens: Es sind bereits Muster angefertigt worden, die sich zur Zeit im Versuch zur Funktionsprobe befinden.

Haltevorrichtung für Luftpumpe: Halten wir nicht für erforderlich, da zu unserer Standardausführung ein Reserverad gehört und dieser Vorteil größer ist als bei Rollern anderer Firmen, die an Stelle des Reserverades eine Luftpumpe mitliefern.

Linksseitige Schlauchventile: Wir werden mit dem Felgenhersteller Rücksprache nehmen, ob eine Verlagerung auf die rechte Seite der Felge möglich ist.

Radmontage: Um bei der Radmontage den Auspuff nicht zu beschädigen, werden von uns Untersuchungen angestellt, welche Veränderung notwendig ist.

Klappern der Schaltstange: Dies ist in Zukunft beseitigt, da die Schalt- stange häufig mit einem Kunststoffschlauch überzogen wird.

Schmiernippel der Bowdenzüge: Diese entfallen, da die Funktion nicht zufriedenstellend ist (bei unseren Motorrädern bereits entfallen). Dafür wird der Hersteller der Seilzüge eine Tränkung der Seile in graphithaltigem Ölgemisch vernehmen, wodurch die Funktion wesentlich verbessert wird.

Auswechseln der Sicherung: Ab Fortschrittszahl 10 250/1959 wurde das Sicherungskabel verlängert, so daß ein Auswechseln ohne Haubenabnahme gewährleistet ist. Bei der Weiterentwicklung werden wir versuchen, die Sitze etwas nach vorn zu verlagern, so daß eine Berührung des Hintersitzes mit dem Reserverad ausgeschaltet wird.


siehe auch
  • Die Erfahrungsberichte zu denen sich hier die VEB IWL äußerte im Deutschen Straßenverkehr 3/60 hier Stellung nahm